
WELCHE ARTEN VON EXOSKELETTEN GIBT ES?
Ob in der Industrie, in der Pflege oder in der Wiedereingliederung nach Muskel-Skelett-Erkrankungen: körperliche Belastungen gehören in vielen Berufen zum Alltag. Sie führen nicht selten zu Überlastungen, Schmerzen oder langfristigen gesundheitlichen Einschränkungen.
Exoskelette bieten hier eine vielversprechende Lösung. Als äußere Unterstützungssysteme entlasten sie den Körper bei belastenden Bewegungen oder Zwangshaltungen und können so dazu beitragen, die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen und die Arbeitsfähigkeit langfristig zu sichern.
Doch der Markt ist vielfältig: aktive oder passive Systeme, unterschiedliche Funktionsprinzipien, verschiedene Einsatzbereiche. Für Unternehmen wie auch für Einzelpersonen stellt sich daher schnell die Frage: Welches Exoskelett passt zu unseren Anforderungen?
KATEGORIEN VON EXOSKELETTEN
Aktive Exoskelette
Aktive Exoskelette verfügen über Motoren oder andere Energiequellen, die die Muskelkraft direkt beeinflussen.
Medizinische Exoskelette
Medizinische Exoskelette werden gezielt in der Rehabilitation eingesetzt, um Patienten bei Bewegungseinschränkungen zu unterstützen. Hierzu zählen das Gehen nach einer Querschnittslähmung, Orthesensysteme für die Hand nach Nervenschädigungen oder Ganzkörper-Exoskelette.
Passive Exoskelette
Passive Exoskelette arbeiten ohne Motoren oder externe Energiequellen. Sie Speichern und geben Bewegungsenergie zurück, wodurch die Muskulatur entlastet wird. Passive Exoskelette eignen sich vor allem für die Reduktion körperlicher Belastung im Arbeitsalltag.
UNTERSCHIEDE VON PASSIVEN UND AKTIVEN EXOSKELETTEN
Exoskelette können viele verschiedene Körperbereiche entlasten - von den Armen über die Schultern bis hin zu den Beinen. Doch im Arbeitsalltag zeigt sich meist, dass die Entlastung für den Rücken am Gefragtesten ist. Ob beim Heben, Tragen oder in Zwangshaltungen - hier entstehen die größten Belastungen. Verglichen werden hier daher Systeme wie das BionicBack, die der Entlastung des Rückens dienen.
Der Antrieb von aktiven Exoskeletten funktioniert elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch und meist akkubetrieben. Die Unterstützung lässt sich daher als kraftverstärkend mit teilweise automatisierten Bewegungen beschreiben. Aufgrund der verbauten Technik sind aktive Exoskelette schwerer als passive Exoskelette, lassen sich aber gut für wiederholte schwere Hebetätigkeiten einsetzen. Die Bewegungsfreiheit ist oft durch Gelenke und feste Schienen eingeschränkt. Durch die Anpassung an das automatisierte Bewegen und das daraus resultierende veränderte Körpergefühl kann die Eingewöhnung Zeit in Anspruch nehmen. Der Wartungsaufwand ist durch die technischen Komponenten eher hoch.
Der Antrieb von passiven Exoskeletten funktioniert rein mechanisch und ohne externe Energiequelle. Die Unterstützung wird als Haltungskorrigierend und -unterstützend, sowie Muskelentlastend beschrieben. Passive Exoskelette sind meist leicht und kompakt und eignen sich für Tätigkeiten in Zwangshaltung und alltägliche Hebeaufgaben. Die Eingewöhnung lässt sich durch Schulungen für die korrekte Anwendung recht kurz halten. Aufgrund der ergonomischen Bewegungen kann anfangs Muskelkater hinzukommen. Die Bewegungsfreiheit ist aufgrund der Textilgurte und Elastomere hoch. Aufgrund der wenigen technischen Komponenten ist die Wartung oft einfacher und verspricht eine kostengünstigere Beschaffung von Ersatzteilen.
Aktive Exoskelette verstärken also gezielt die Muskelkraft und können so schwerere Lasten bewältigen. Passive Exoskelette hingegen unterstützen primär die Körperhaltung und reduzieren die Muskelbelastung bei wiederholten Bewegungen - zum Beispiel beim Heben, Tragen oder Zwangshaltungen im Arbeitsalltag. Beide Typen haben ihre spezifischen Vorteile und sollten gezielt nach Einsatzgebiet ausgewählt werden.
